INHALTSVERZEICHNIS
ZEITACHSE
Die wichtigsten Stationen
Gründung und erstes Festival
Ulrike Böhme und Susanne Hinkelbein gründeten interim e.V. Im selben Jahr fand die erste Festivalausgabe im Alten Lager bei Münsingen statt.
Geschäftsstelle und TRAFO-Phase
Mit der Geschäftsstelle in Münsingen und der Einbindung in die Lernende Kulturregion Schwäbische Alb wurde die Arbeit dauerhaft in der Region verankert.
Festival in der Region Heidengraben
Die zweite Ausgabe verteilte Projekte und Aufführungen auf Hülben, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler.
ver/sammelt in Ehingen
Vom 27. bis 30. Juni wurden auf dem Volksplatz, im Wolfertturm, in der Städtischen Galerie und an weiteren Orten gemeinschaftlich entwickelte Arbeiten präsentiert.
Abschluss des Gesamtprojekts
Nach dem Ende der Förderphase beschloss der Verein seine Auflösung. Die drei Festivals blieben als Dokument einer mobilen Kulturarbeit im ländlichen Raum bestehen.
Ein Festival, das bewusst den Ort wechselte
Das inter!m Festival war als wanderndes Kunst- und Kulturereignis angelegt. Statt ein festes Festivalgelände jedes Jahr neu zu bespielen, suchte das Team für jede Ausgabe einen anderen Teil der Schwäbischen Alb auf. Dadurch veränderten sich Partner, Räume, Themen und Publikum. Die Region war keine Kulisse, sondern Material der künstlerischen Arbeit.
Warum das Format für den ländlichen Raum besonders war
Künstlerinnen und Künstler trafen auf Vereine, Schulen, Kindergärten, Gemeinden sowie Menschen, die zuvor nicht zwingend mit zeitgenössischer Kunst gearbeitet hatten. Projekte entstanden über längere Zeit vor Ort und wurden beim Festival sichtbar. Diese Arbeitsweise unterschied inter!m von Gastspielen, die ein fertiges Programm lediglich an einen neuen Ort bringen.
- Wechselnde Gemeinden statt zentraler Festivalstadt
- Gemeinsame Entwicklung vor der öffentlichen Präsentation
- Verbindung von Alltagserfahrungen und professioneller Kunst
Die erste Ausgabe 2013 im Alten Lager
Der Verein interim e.V. wurde 2013 von Ulrike Böhme und Susanne Hinkelbein gegründet. Noch im selben Jahr realisierten sie das erste inter!m Festival im Alten Lager bei Münsingen. Der geschichtsträchtige, räumlich besondere Ort bot die Möglichkeit, Theater, Musik und bildende Kunst außerhalb klassischer Kulturhäuser zusammenzubringen.
Der Ausgangspunkt für ein regionales Modell
Die erste Ausgabe zeigte, dass ungewöhnliche Flächen auf der Alb als kulturelle Räume funktionieren können. Sie legte zugleich die Grundidee fest: Kunst sollte nicht nur präsentiert werden. Sie sollte sich in Orte einschalten, Geschichten suchen und Begegnungen zwischen regionaler Bevölkerung und Kunstschaffenden ermöglichen.
- Gründung des Vereins und Festivalstart im selben Jahr
- Altes Lager als eigenständiger Erfahrungsraum
- Spartenübergreifende Zusammenarbeit von Beginn an
inter!m machte die Schwäbische Alb nicht nur zum Veranstaltungsort. Landschaft, Gebäude, Erinnerungen und Menschen der Region wurden selbst zu Bestandteilen der künstlerischen Arbeit.
Die zweite Ausgabe 2017 am Heidengraben
Vier Jahre später wanderte das Festival in die Region Heidengraben. Hülben, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler waren Veranstaltergemeinden. Neuffen, Münsingen, Ehingen, Römerstein und Lauterach wurden als Partnergemeinden genannt. Das Zusammenspiel mehrerer Orte machte die regionale Dimension besonders sichtbar.
Professionelle Kunst und lokale Erfahrung
Die Ausgabe untersuchte das Zusammenwirken von Theater, bildender Kunst und Musik sowie die Zusammenarbeit von Profis und Laien. Nicht ein einzelnes Gebäude, sondern ein Netz aus Gemeinden, Landschaft und lokalen Akteuren bildete den kulturellen Raum.
- Mehrere Gemeinden trugen eine gemeinsame Ausgabe
- Heidengraben verband Archäologie, Landschaft und Gegenwart
- Beteiligung wurde Teil der künstlerischen Methode
Die dritte Ausgabe 2019 in Ehingen
Vom 27. bis 30. Juni 2019 fand die dritte und letzte Ausgabe unter der Leitung von Rainer Markus Walter in Ehingen statt. Das Motto ver/sammelt fasste die Arbeitsweise zusammen. Gesammelt wurden Ideen, Erinnerungen, Geschichten, Blickwinkel und Gegenstände. Zugleich wurden Menschen, Vereine und verschiedene Kunstsparten zusammengeführt.
Volksplatz, Wolfertturm und Galerie als Festivalorte
Auf dem Volksplatz entstand eine Kunstwiese mit Zirkuszelt. Eine Installation im Wolfertturm verband Zeichnungen von Kindern und Jugendlichen mit persönlichen Geschichten aus Ehingen. Die Ausstellung KUNSTSPHÄRE ALB in der Städtischen Galerie ergänzte das Programm. Im inter!m Labor im Pfeifer-Haus waren zuvor Projekte und Installationen entwickelt worden.
- Festivalzentrum mit Kunstwiese und Zirkuszelt
- Musik, Theater, Fotografie und bildende Kunst
- Kreativangebote des inter!m Mobils an mehreren Festivaltagen
Wie Beteiligung das Programm prägte
inter!m verstand Beteiligung nicht als dekoratives Begleitprogramm. Schulen, Kindergärten, Vereine, Laien und professionelle Kulturschaffende arbeiteten an gemeinsamen Ergebnissen. Diese konnten als Installation, Konzert, Theaterexperiment, Ausstellung oder bearbeiteter Alltagsgegenstand erscheinen.
Das Publikum wurde zum Mitwirkenden
Der Ansatz verschob die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum. Menschen aus der Region lieferten Material, erzählten Geschichten, machten Musik oder arbeiteten gestalterisch. Dadurch wurde regionale Kultur nicht als fertiger Bestand behandelt, sondern als etwas, das gemeinsam entsteht.
- Lokales Wissen floss in künstlerische Prozesse ein
- Werkstätten gingen der Festivalpräsentation voraus
- Unterschiedliche Altersgruppen konnten eigene Beiträge entwickeln
Förderung und organisatorischer Rahmen
Die Entwicklung wurde durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, den Innovationsfonds Kunst, die Baden-Württemberg Stiftung sowie Veranstalter- und Partnergemeinden unterstützt. Projekte von inter!m waren außerdem Teil der Lernenden Kulturregion Schwäbische Alb im Programm TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel der Kulturstiftung des Bundes.
Warum mehrjährige Strukturen notwendig waren
Partizipative Kulturarbeit braucht Zeit für Kontakte, Werkstätten, Abstimmung und Produktion. Die 2016 eröffnete Geschäftsstelle am Marktplatz in Münsingen professionalisierte diese Aufgaben. Zugleich blieb das Gesamtprojekt von zeitlich begrenzten Fördermitteln abhängig.
- Öffentliche Förderung ermöglichte regionale Entwicklungsarbeit
- Gemeinden wurden organisatorische Partner
- Die Geschäftsstelle koordinierte Projekte über einzelne Termine hinaus
Das Ende des Projekts und seine Bedeutung
Mit dem Ende der Fördermittel war eine Fortsetzung der Projekte nach 2019 nicht mehr möglich. Der Verein beschloss seine Auflösung. Das Team bezeichnete die Ehinger Ausgabe als dritte und letzte Festivalausgabe und blickte zugleich auf die Entwicklung seit 2013 zurück.
Was vom Festivalmodell bleibt
Die dokumentierte Geschichte zeigt, wie zeitgenössische Kunst außerhalb großer Städte organisiert werden kann. Mobile Strukturen, wechselnde Räume und frühe Beteiligung regionaler Partner sind weiterhin relevante Werkzeuge für Kulturarbeit im ländlichen Raum. Das Ende des Trägers nimmt den entstandenen Erfahrungen nicht ihren Wert.
- Drei Ausgaben bildeten einen abgeschlossenen Festivalzyklus
- Projekte hinterließen Kontakte und kulturelle Impulse
- Die historische Einordnung verhindert Verwechslungen mit heutigen Veranstaltungen
Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Option oder Bewertung | Praktische Einordnung |
|---|---|---|
| 2013 | Altes Lager bei Münsingen | Erste Festivalausgabe und Gründungsphase |
| 2017 | Region Heidengraben | Hülben, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler |
| 2019 | Ehingen | Dritte und letzte Ausgabe unter dem Motto ver/sammelt |
| Kunstformen | Spartenübergreifend | Theater, Musik, bildende Kunst und Fotografie |
| Arbeitsweise | Partizipativ | Profis, Laien, Schulen, Vereine und Bewohner |
So treffen Sie eine belastbare Entscheidung
- 1
2013 als Gründungs- und Auftaktjahr einordnen.
- 2
2017 als regionale Ausgabe am Heidengraben verstehen.
- 3
2019 als Abschluss und Verdichtung in Ehingen betrachten.
- 4
Festival, inter!m Räume und inter!m Mobil als verbundene, aber unterschiedliche Formate lesen.
Planungscheck vor dem Besuch
| Prüfschritt | Was konkret zu klären ist |
|---|---|
| 1. Schritt | 2013 als Gründungs- und Auftaktjahr einordnen. |
| 2. Schritt | 2017 als regionale Ausgabe am Heidengraben verstehen. |
| 3. Schritt | 2019 als Abschluss und Verdichtung in Ehingen betrachten. |
| 4. Schritt | Festival, inter!m Räume und inter!m Mobil als verbundene, aber unterschiedliche Formate lesen. |
Häufige Fragen
Wann fand das erste inter!m Festival statt?
Die erste Ausgabe fand 2013 im Alten Lager bei Münsingen statt.
Wo wurde das Festival 2017 veranstaltet?
In der Region Heidengraben mit Hülben, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler als Veranstaltergemeinden.
Wann war das Festival in Ehingen?
Vom 27. bis 30. Juni 2019.
Was bedeutete das Motto ver/sammelt?
Es verwies auf das Sammeln von Menschen, Kunstsparten, Erinnerungen, Ideen und Gegenständen in gemeinsam entwickelten Projekten.
Gibt es das Festival heute noch?
Nein. Die Ausgabe 2019 war die dritte und letzte; das Gesamtprojekt endete Ende 2019.
Wer gründete den Verein?
Ulrike Böhme und Susanne Hinkelbein gründeten interim e.V. im Jahr 2013.
Informationsgrundlage
- Archivtexte von inter!m – Kulturhandlungen Schwäbische Alb
- Jahrbuch der Stadt Ehingen 2019
- Kulturmagazin Spazz – Ausgabe Juni 2019
- TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel
- Atelier Ulrike Böhme – Dokumentation inter!m 2017
Öffnungszeiten, Preise, Programme und Teilnahmebedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben der jeweiligen Betreiber.
