KUNSTSPHÄRE ALB

Städtische Galerie Ehingen – 23. Juni bis 11. August 2019

Die Ausstellung KUNSTSPHÄRE ALB macht am Beispiel von 14 ausgewählten künstlerischen Positionen deutlich, dass die Schwäbische Alb nicht nur ein Biosphärengebiet, sondern auch eine regelrechte Kunstsphäre ist.

Mit Werken von
Jörg Bach / Moritz Baumgartl / Edgar Braig / Uwe Ernst / Hannelore Fehse / Andreas Grunert / Birte Horn / Gerold Jäggle / Roland Kappel / Norbert Klaus / Wolfgang Lumpp / Heidemarie Ziebandt / Jeanette Zippel / Helm Zirkelbach und mit Fotografien von Herbert Geiger

Jörg Bach, Mühlheim

Die Werke des Bildhauers Jörg Bach zeichnen sich durch ihre geschwungenen Formen, ihre Verschlingungen und Drehungen aus. Die dynamischen Formensprache ermöglicht immer wieder Durchblicke, wodurch die eigentlich schweren Werkstoffe Cortenstahl und Edelstahl eine schwebende Leichtigkeit erhalten. Das Wechselspiel zwischen Dynamik und Material, zwischen Innen und Außen lässt die Skulpturen zu spannungsreichen Raumbildern werden, die dazu einladen, sie zu umschreiten.

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Moritz Baumgartl, Rechtenstein und Stuttgart

Die häufig bühnenhaft arrangierten, kleinformatigen Gemälde Moritz Baumgartls entführen die Betrachterinnen und Betrachter in rätselhafte, manchmal absurd anmutende Szenerien. Durch ihre klaren räumlichen Kompostionen und zentralperspektivische Ausrichtung erinnern Baumgartls Kompositionen an die Werke der italienischen Pittura Metafisica zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

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Edgar Braig, Münsingen

Edgar Braigs Arbeit ist durch eine enorme Schaffensfreude und eine spielerische Lust an der künstlerischen Transformation geprägt. Beinahe alles kann bei ihm zum potenziellen Werkstoff werden. Werkstoff werden. Egal ob alte Möbel, ausrangierte Vasen, Spielzeug oder Plastikmüll, Braig kombiniert verschiedenste Materialien zu Skulpturen und verhilft dadurch Abgenutztem und Verbrauchtem zu einem zweiten Leben.

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Uwe Ernst, Böbingen/Rems

Uwe Ernsts oft großformatigen Zeichnungen mit schwarzer Kreide auf Papier beeindrucken sowohl durch ihre handwerkliche Ausführung als auch durch ihre Motivik. Immer wieder kombiniert der Künstler technoid wirkende Apparaturen, deren Funktion unklar bleibt, mit menschlichen Figuren. Die so entwickelten absurd anmutenden Szenerien gleichen veristischen Karikaturen, in denen der Mensch in sisophoshaft Situationen gefangen scheint.

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Hannelore Fehse, Deggingen

Zentrales Motiv der Gemälde Hannelore Fehses sind Bauernhäuser auf der Schwäbischen Alb. Seit 1994 widmet sie sich diesem Thema und hat eine eigene, unverwechselbare Bildsprache hierfür entwickelt. Diese besticht durch die starke Reduktion der Gebäude auf wenige Farbflächen. Nur wenige helle Rechtecke, rote Dreiecke und Trapeze genügen ihr, um die Merkmale der Älbler Häuser wiederzugeben.

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Andreas Grunert, Hechingen-Beuren

Die Gemälde und Druckgrafiken Andreas Gunerts sind bevölkert von stilisierten Figuren, Gegenständen, Tieren und Pflanzen. Mit nur wenigen Linien und Flächen kreiert der Künstler fantastische Welten mit rätselhafter Ikonografie. Die starke Reduktion, der Verzicht auf Zentralperspektiven oder eine zu starke Plastizität des Dargestellten verleiht seinen Werken eine archaische Zeichenhaftigkeit, die zu Assoziationen anregt, sich aber nie eindeutig entschlüsseln lässt.

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Birte Horn, Blaubeuren

Die Gemälde der Künstlerin Birte Horn zeichnen sich durch einen collagehaften, mehrschichtigen Bildaufbau aus. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind zumeist reale Orte oder Räume, die sie auf die Leinwand malt und danach mit abstrakten Farbflächen überlagert. So entsteht ein Spiel mit Wiedererkennbarem und reiner, gegenstandsloser Malerei, mit Perspektiven und Scheinräumlichkeiten.

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Gerold Jäggle, Ertingen

Der Bildhauer und Druckgrafiker Gerold Jäggle fertigt farbige Bronzegüsse, die durch die archäologischen Funde an der Heuneburg inspiriert sind. Nicht nur die Technik des Metallgusses übernahm er von den dortigen keltischen Zeugnissen, sondern auch die Themen, etwa pfeilspitzenartige Gebilde oder weiblich geformte Venusfiguren.

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Roland Kappel, Gammertingen-Mariaberg

Seit seiner Jugendzeit lebt Roland Kappel in der diakonischen Einrichtung für Jugend- und Behindertenhilfe Mariaberg e. V.. Im dortigen Kunstatelier entdeckte er seine Liebe zur Kunst und begann damit, technische Maschinen und Baugeräte aus dem Kopf nachzubauen. Hierfür nutzte er alle ihm zur Verfügung stehenden Materialien. Das Ergebnis sind präzise nachgebildete Bagger, Bohrer und Kräne, die eine ganz besondere Ausstrahlung besitzen.

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Norbert Klaus, Blaustein-Weidach

Norbert Klaus nutzt für viele seiner skulpturalen Arbeiten einen besonderen Werkstoff: Reisigholz. Anders als andere Holzbildhauer arbeitet er seine Werke also nicht aus einem massiven Block heraus, sondern fügt einzelne sperrige Äste zu geometrischen Gebilden zusammen. So entstehen Werke, die chaotische Kleinteiligkeit und klare große Volumina vereinen und dadurch eine kontrastreiche Präsenz entwickeln.

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Wolfgang Lumpp, Sonnenbühl – Erpfingen

Die Landschaften des 1944 in Tübingen geborenen Künstlers Wolfgang Lumpp scheinen bisweilen aus einer anderen Welt zu stammen. Auf die Betrachterinnen und Betrachter wirken seine Motive gleichermaßen fremd und vertraut. Dieser Effekt begründet sich vor allem damit, dass die einzelnen Bildelemente zwar benennbar, nie aber verortbar sind. Seine Berge, Bäume oder Landstriche sind nicht realen Orten nachempfunden, sondern das Ergebnis einer künstlerischen Interpretation natürlicher Wuchs- und Naturformen.

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Heidemarie Ziebandt, Steinenkirch

Die Arbeiten Heidemarie Ziebandts loten den Grenzbereich zwischen organischen und streng geometrischen Strukturen aus. Ihre komplexen Ordnungen und Raster veranschaulichen die mannigfaltigen visuellen Erscheinungsformen von Linien und Punkten. Neben Gemälden mit Acryl auf Baumwolle, Objekten aus Nylon-Polyamid und Installationen entstehen Skulpturen aus Zuckerwürfeln, die von der Künstlerin mit Farbe bemalt und zu rhythmischen Bildkörpern zusammengesetzt werden.

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Jeanette Zippel, Heidenheim

Seit 1988 beschäftigt sich die Künstlerin Jeanette Zippel mit inhaltlichen, formalen und biologischen Aspekten der Bienen. Mit unterschiedlichen Medien visualisiert Zippel beispielsweise die Flugbahnen, die konstruktiven Fähigkeiten oder die spezifische sozialen Gemeinschaft der Insekten. Ihr besonderes Wissen rund um die Honigbienen hat sich die bildende Künstlerin während ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit als Imkerin angeeignet.

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Helm Zirkelbach, Kohlstetten/Münsingen

Seit fast 30 Jahren widmet sich Helm Zirkelbach intensiv der Druckgrafik, deren technischen und ästhetischen Potenziale er immer wieder aufs Neue auslotet. Ein wesentlicher Zug seiner Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Linie, Form und Struktur: Große graue Flächen treffen auf tiefschwarze, zackige Kanten, fließende Linien auf landschaftlich anmutende Horizontlinien. Durch den reduzierten, aber pointierten Einsatz von roter oder blauer Druckfarbe erhalten seine Werke eine eindringliche Präsenz.

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