Kunstwiese

Lokale, regionale und überregionale Künstler waren dazu eingeladen, Arbeiten für das inter!m – Festival zu konzipieren und zu realisieren. Gezeigt werden Objekte und Projekte von Patricija Gilyte, Gabriela Nasfeter, Edgar Braig, Christian Greifendorf und Studierenden der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Patricija Gilyte: Donau_Wald_Floß

Ausgehend von dem Ortsnamen Ehingen (Donau) bringt die litauische Künstlerin  Patricija Gilyte in ihrem Projekt die Assoziation zwischen Ort und Fluss zum Ausdruck und entwirft einen schwimmenden Wald, der auf einem Floß aus Stämmen Ehinger Christbäume treiben wird. Das Ehinger Donau_Wald_Floß wird zu Beginn des Festivals auf die Kunstwiese transportiert und dort aufgestellt. Der Prozess vom Bau bis zum Transport auf das Festivalgelände wird filmisch dokumentiert. Die Christbäume, die hierfür benötigt werden, wurden bereits im Januar gesammelt und standen in Ehinger Haushalten. Die Arbeit dreht sich inhaltlich um die Verbindung von Mensch und Natur, um zyklische Rhythmen der Jahreszeiten, Geographie des Ortes, aber auch um Nach-
haltigkeit und Ökonomie. Die Videodokumentation Donau_Wald_Floß wird am Donnerstag und Freitag im Rahmen der Abendveranstaltungen im Zelt zu sehen sein.

MACHEN SIE MIT und werden Sie Teil des Werkes! Stellen Sie sich Fragen, sprechen Sie die Künstlerin an. Begleiten Sie den Aufbau und machen Sie davon Filmaufnahmen und Fotos.

Gabriela Nasfeter: Lufträume

Gabriela Nasfeter wird aus Stoffbahnen eine feine, fragile Rauminstallation verwirklichen. Auch sie wird dabei Bäume in ihre Arbeit einbeziehen, die zugleich als Mast wie auch als raumgliederndes Element wahrgenommen werden.
Die Installation wird in kurzer Zeit aufgebaut und verschwindet nach dem Festival wieder vollständig vom Gelände. Die zarte Konstruktion der Lufträume wird das vorhandene Gelände auf neue Art sichtbar werden lassen und verdeutlicht einerseits die Beschaffenheit des Geländes, verunklärt aber auch gleichzeitig den gegebenen Platz, wodurch eine sanfte Irritation beim Betrachter bewirkt wird. Die Möglichkeit, die vorhandene Fläche zu gliedern, ist sowohl ein architektonisches Moment wie auch eine Gelegenheit, den Ort neu wahrzunehmen.

MACHEN SIE MIT und werden Sie Teil des Werkes! Wandeln Sie durch die entstandenen Räume. Nehmen Sie den Ort wahr, spüren Sie den Wind, die Sonne, das Wetter. Beobachten Sie die sanfte Bewegung.

Edgar Braig: Kulturgut Vase

„Die Dinge finden mich“, sagt Edgar Braig über die Materialien, aus denen er seine Objekte baut. Der Künstler ist ein Virtuose der Abfallprodukte und Fragmente. Sein Atelier ist eine riesige Wunderkammer, Ausweis seiner Sammlertätigkeit, wo Holz neben Blechbüchsen lagert, ein Regal mit Blumenvasen neben alten Möbeln steht, alte Gummiteile neben Leuchtbuchstaben liegen. Edgar Braig kombiniert seine Fundstücke miteinander, ergänzt sie, arbeitet sie um oder arrangiert sie in bestimmter Weise. Die daraus entstehenden Montagen verbindet oft eine gemeinsame „Funktion“, eine Idee, die sie zu einer Serie machen. Diese Reihen tragen Titel wie „Der Alltag ist grau“, „Stationen“, „Alles Abfall“ oder „Bildstöcke“.

Zum inter!m – Festival beschäftigt sich der Künstler mit dem Kulturgut Vase:  Edgar Braig zeigt auf dem Ausstellungsgelände Vasen, Objekte und große Montagen. Dabei möchte der Künstler mit den Besuchern ins Gespräch über ihre eigene Vasen-Sammlung kommen. Daher sind alle dazu eingeladen, eine Vase zum Tauschen/Verschenken/wieder Mitnehmen/Abzeichnen/Zerschlagen … mitzubringen.

MACHEN SIE MIT und werden Sie Teil des Werkes! Bringen Sie eine Vase mit auf das Gelände und tauschen Sie diese gegen eine andere. Zu alt, zu hässlich, zu unpraktisch? Immer her damit!

Studierende der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Inspiriert durch das inter!m – Festival werfen Studierende der Klasse von Professorin Susanne Windelen von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart einen Blick auf Ehingen. Aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und in mehreren Einzelprojekten haben sie sich mit der Region, ihren Einwohnern, der Landschaft und der Kultur beschäftigt. Im Rahmen des Festivals zeigen die Studierenden davon zwei Arbeiten auf der Kunstwiese.

Jeder hat ein Fenster, durch das er täglich hinausschaut, aber dieser einzigartige Ausblick bleibt allen anderen meist verborgen. Im Rahmen der Arbeit CHANG – koreanisch für Fenster – von Jaewon Park gewähren Ehinger Bürger einen Einblick in ihren Ausblick.

Eine Wanderung entlang des gesamten Laufes der Schmiech wird ebenfalls auf dem Festivalgelände präsentiert. MÜHLRÄDER – eine akustisch-kinetische Konstruktion von Seungchul Choi – erzählt von dieser Wanderung. Das sanft schwingende Pendel steht dabei symbolisch für die seit jeher durch Mühlräder genutzte Energie aus aus der Kraft des Wassers. Die akustischen Eindrücke der Wanderung werden vom Kunstwerk selbst wiedergegeben.

Weitere Projekte finden sich an anderen Orten der Stadt und im Internet.

Christian Greifendorf: Ehingen ver/sammelt

Präsentiert werden die überarbeiteten Alltagsgegenstände, die der Künstler Christian Greifendorf in der Zeit vor und während des Festivals gesammelt und umgestaltet hat. Sie sind vereint in ihrer einheitlichen Farbgebung und werden auf der Kunstwiese präsentiert. Aus Alltäglichem ist so eine kleine Sammlung zusammengehörender Dinge geworden, die auch während des Festivals noch weiter wachsen kann. Im Zuge der
Umgestaltung ist dabei der Gebrauchscharakter der Dinge verloren gegangen, und
die formale Gestalt der Gegenstände ist wichtig geworden. Die verwendeten Farben orientieren sich dabei an den Farben des Ehinger Stadtwappens.

MACHEN SIE MIT und werden Sie Teil des Werkes! Bringen Sie Dinge aufs Gelände: Ausgedientes, Wertloses bis zu einem Meter Größe. Lassen Sie diese Dinge umgestalten oder legen Sie dabei selbst Hand an.